Vorwort von Hermann Bohlmann aus der Arbeitsgruppe des „Heimatverein Freundeskreis Schiffdorf e.V.“

Bei der Vorbereitung des Rundwegs „Schiffdorf entdecken“ fiel mir die Kopie der Schiffdorfer Chronik von Ludwig Hinrich Wilken Bremer in die Hand.

Deckblatt Chronik

Im Vorwort vom 1. Oktober 1936 schreibt er: „Durch Verordnung unserer Regierung ist endlich ein persönlich lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, in jeder Ortschaft eine sognannte Chronik anzulegen. Eine stolze Freude habe ich empfunden, dass ich als Nachkomme eines alteingesessenen Schiffdorfer Bauerngeschlechts von unserem Bürgermeister mit der Führung der Schiffdorfer Dorfchronik beauftragt worden bin.“
Nah, dachte ich, wenn das man nicht eine stark nationalsozialistisch gefärbte Geschichte geworden ist. Aber je länger ich mir diese Chronik ansah, desto mehr merkte ich: das ist überhaupt nicht so -- bis auf einige Aussagen in den Kapiteln 22 bis 24.
Nein, hier hat der Autor mit großem Fleiß und Ausdauer von 1936 bis in die fünfziger Jahre, mit Wissen und mit Überblick zusammengetragen, was er über Schiffdorf in Erfahrung bringen konnte. Wie er selbst schreibt:
„Ich habe diesen Auftrag gerne angenommen und ich hoffe, dass diese Chronik späteren Geschlechtern manche Anregung, manch Wissenswertes bringen wird.“ Und: „Hoffentlich trägt die Chronik dazu bei, Liebe zu unserm Ort und zur Heimat überhaupt zu fördern.“
Da die handschriftliche Chronik für viele Jüngere sehr schwer zu lesen ist, habe ich begonnen, sie dann in den Computer zu schreiben. Doch sehr bald merkte ich, dieses Dokument ist so wichtig, das muss der Allgemeinheit bekannt gegeben werden.
Und so haben wir als Arbeitsgruppe vor ein paar Jahren einen Teil der Chronik in die Homepage der Gemeinde Schiffdorf stellen lassen. Und jetzt bietet sie die Gemeinde vollständig an.
Dabei war unser Anliegen, einen möglichst originalgetreuen Eindruck dieser interessanten Chronik zu verschaffen:
So haben wir den Schreibstil beibehalten, auch dort, wo er nicht den heutigen Regeln entspricht und lediglich eindeutige Versehen gestrichen z.B. Wortdoppelungen.
Wir haben auch die zusätzlichen Sammlungsstücke mit veröffentlicht wie etwa die Lebensmittelkarten aus der Kriegszeit, weil sie unseres Erachtens gerade Jüngeren einen deutlichen Eindruck von dieser Zeit vermitteln können.
Wichtig, aber nicht ganz einfach war für uns, bei der interessanten Höfe- und Gebäudebeschreibung in Kapitel 18 möglichst die jetzigen Adressen mit anzugeben, weil in der Chronik nur die damaligen Hausnummern genannt wurden ohne Straßenbezeichnung -- alle Gebäude waren damals einfach durchnummeriert.
Olaf Wadehn hat Text und Abbildungen der Original-Chronik eingescannt. Johann Bremer, Nachfahre des Verfassers der Chronik, hat die von uns ausgewählten Abbildungen in den Text eingefügt. (Alle Abbildungen im Text sind Reproduktionen aus der Original-Chronik.)
Weggelassen haben wir einige Abbildungen, weil sie für uns oder überhaupt keine Aussagekraft mehr haben.
Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen zu der Art der Veröffentlichung nehmen wir gerne entgegen.
Das Original der Chronik wird im Archiv der Gemeinde Schiffdorf aufbewahrt.
Wir hoffen, mit dieser Chronik entsprechend der Absicht ihres Autors vielen Neubürgern einen besseren Zugang zu unserem schönen Ort zu verschaffen und den „Alteingesessenen“ viele Erinnerungen zu bieten.
Die Arbeitsgruppe des „Heimatverein Freundeskreis Schiffdorf e.V.“
Hermann Bohlmann, Johann Bremer, Michael Flügel, Rolf Mickan, Ulrike Wacker, Olaf Wadehn